Prüfung
Die Prüfung wird in der Regel am Ende des Jahres, an dem das Praxis-Seminar besucht wurde, abgelegt. Sie besteht aus einem theoretischen, schriftlichen Teil und einer praktischen Prüfung. Bei der Prüfung erhalten die Studierenden die Gelegenheit zu zeigen, dass sie über ein hinreichend fundiertes praktisches und theoretisches Wissen sowie die entsprechende Erfahrung verfügen und selbständig Iokai Meridian Shiatsu-Behandlungen geben können. Dies dürfen sie nach bestandener Prüfung. Sie erhalten das Zertifikat der Iokai Académie D'Europe. Die Prüfungsgebühren betragen EUR 100,- für Anmeldung und Prüfung plus EUR 100,- bei bestandener Prüfung einschließlich des Zertifikats. Die Prüfung kann wiederholt werden, bei geringen Schwächen in einzelnen Bereichen kann man sich unkompliziert im darauf folgenden Jahr etwa während eines Seminars nachprüfen lassen. Alten Iokai-Schüler*innen und -Praktiker*innen fällt es schwer, von "Abschlussprüfung" zu sprechen. Für sie geht die Ausbildung nie zu Ende. Das hängt damit zusammen, dass das Verständnis der Meridiane sich immer weiter vertiefen und die Arbeit mit den Meridianen sich mehr und mehr verfeinern und effektivieren lässt.
Prüfungsinhalte und -anforderungen
Die IOKAI-Prüfung besteht aus zwei Teilen, einem theoretischen/schriftlichen und einem praktischen Teil.
Es ist empfehlenswert, die Prüfung im Jahr nach dem Besuch des Praxis-Seminars abzulegen, da sich die theoretische Prüfung auf Seminarinhalte bezieht. Sie kann aber auch noch im Jahr nach dem Besuch des Praxis-Seminars abgelegt werden.
Wann und wo:
Der theoretische Teil wird jedes Jahr in der ersten Novemberhälfte in Deutschland (Raum Ulm/Tübingen und/oder Bonn) abgenommen; der praktische Teil findet Anfang Dezember in Genf statt.
Theoretischer/schriftlicher Teil:
Es gibt drei Stunden Zeit für die schriftliche Beantwortung von ca. 8-12 Fragen; die Zeit ist großzügig bemessen.
Wie für viele schriftliche Prüfungen gilt auch hier, epische Breite ist nicht erforderlich, vieles lässt sich auch kurz und knapp beantworten.
Die Fragen gliedern sich
- in einen allgemeinen Teil mit Fragen z.B. zum Verständnis von Ki, Meridianen im generellen und allgemeinen, Yin und Yang, den 5 Elementen oder zur Philosophie von IOKAI
- und einen Teil mit Fragen, die sich auf die klassischen Texte beziehen, die auf dem Praxis-Seminar behandelt wurden.
Die Texte mit eher philosophisch-allgemeinen Inhalten sollten vom Verständnis her wiedergegeben werden können, nicht wörtlich.
Fragen zu Texten mit praktischem Bezug zu Symptomen und Behandlung sollten im Detail wiedergegeben werden können. Das bedeutet, dass man den Symptomen Behandlungsvorschläge (erwartete Störung im Meridiansystem) zuordnen kann und andersherum erklären kann, bei welcher Störung im Meridiansystem man welche Symptome erwarten kann.
Oft erklärt Sasaki Sensei auch noch im Sommer im Praxis-Seminar, was genauer erwartet wird.
Praktischer Teil:
Am Prüfungstag in Genf arbeitet man nacheinander an zwei Prüfer*innen aus dem europäischen Lehrer*innenkreis und an Sasaki Sensei.
Erwartet wird
- die Beherrschung der Basiskatas,
- die Kenntnis der Meridianverläufe,
- die Fähigkeiten der fernöstlichen Befunderhebung im Hara und am Rücken im Sitzen und Liegen
- und die Anwendung von Mobilisationen.
Bei den Basiskatas sollte der Ablauf und bei den Meridianen der Verlauf selbstverständlich sein.
Daneben ist es sehr wichtig, so zu berühren, als wäre man in einer Behandlung. Das bedeutet, dass die 3 grundlegenden Prinzipien des Shiatsu-Drucks angewendet werden sollten: senkrecht, anhaltend und konzentriert; die Arbeit aus dem Hara kommt und die eigenen Hände und Schultern frei von unnötigen Spannungen sein sollten.
Bei jeder Berührung sollte der Kontakt zum Ki und zum Meridian der Prüfer*innen fühlbar sein. Bei den Diagnosen ist der Unterschied zwischen der oberflächlichen und tiefen Diagnose wichtig, die oberflächliche eben nur oberflächlich, die tiefe weich und tief.
Die Mobilisationen sollten zeigen, dass der Prüfling die Bewegungsmöglichkeit des Gelenks verstanden hat, es mit einer Hand sehr gut stützt und mit der anderen so bewegt, dass die anatomischen Strukturen mobilisiert und der Fluss von Ki und Blut angeregt werden.
Kosten:
Prüfungsgebühr von 200 € bei bestandener Prüfung inkl. Zertifikat, 100 € bei nicht bestandener Prüfung.